Eine persönliche Haltung

WhatsApp · Datenschutz · Freie Wahl

Hier erreichbar.
Unter Protest.

Ich bin auf WhatsApp, weil vieles im Alltag darüber organisiert wird. Ich möchte erreichbar bleiben – und selbst entscheiden, wie ich kommuniziere.

Ich lehne den faktischen Druck ab, dafür einen bestimmten Dienst und dessen Bedingungen akzeptieren zu müssen. Meine Nutzung ist ein pragmatischer Kompromiss. Sie ist keine Zustimmung zu WhatsApp oder Meta.

Mein bevorzugter Kontaktweg

Schreib mir lieber anders.

Über die normale Nachrichten-App: per iMessage oder, wenn verfügbar, per RCS. E-Mail und Anruf gehen natürlich auch.

Wie du mich erreichst →
Warum mir das wichtig ist
Möglichst wenig Nutzung. Möglichst wenige Daten.Die ausführliche Begründung
01 / Meine Kritik

Was mich daran stört

Wenn „freiwillig“ im Alltag kaum eine Wahl lässt

Eine Verabredung unter Freunden, eine Vereinsgruppe, wichtige Informationen: Wenn alles selbstverständlich über WhatsApp läuft, bedeutet der Verzicht schnell, etwas zu verpassen oder andere um eine zusätzliche Nachricht bitten zu müssen.

Für mich entsteht daraus ein sozialer Zwang. Niemand verpflichtet mich zur Installation. Aber wenn Teilhabe davon abhängt, fühlt sich die Entscheidung für einen Dienst nicht mehr wirklich frei an.

Ich wünsche mir, dass wir Menschen erreichen, ohne ihre Teilnahme an einer bestimmten Plattform vorauszusetzen. Gerade wichtige Informationen sollten auch diejenigen bekommen, die diese Plattform nicht nutzen möchten.

Verschlüsselte Nachrichten sind nur ein Teil des Datenschutzes

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung persönlicher Nachrichten und Anrufe ist ein wichtiger Schutz. Trotzdem werden weitere Daten verarbeitet: etwa Konto-, Nutzungs-, Geräte- und Verbindungsdaten. Auch Gruppenmitgliedschaften sind dem Konto zugeordnet.[1]

Mir ist deshalb wichtig, sowohl den Inhalt als auch die Daten rund um meine Kommunikation zu schützen. Gute Verschlüsselung allein beantwortet für mich noch nicht die Frage, wie datensparsam ein Dienst insgesamt ist.

Mein Adressbuch betrifft auch andere Menschen

In meinem Adressbuch stehen Daten von Menschen, die selbst entscheiden sollten, welchen Diensten sie vertrauen. WhatsApp bietet einen Kontaktabgleich an, bei dem auch Telefonnummern von Menschen übermittelt werden können, die WhatsApp gar nicht nutzen.[1]

Ich möchte möglichst wenig Daten anderer Menschen weitergeben. Deshalb bekommt WhatsApp keinen pauschalen Zugriff auf mein gesamtes Adressbuch.

Ich möchte meine Kommunikation weniger von Meta abhängig machen

WhatsApp gehört zu Meta. Die Datenschutzrichtlinie beschreibt auch die Zusammenarbeit und den Datenaustausch mit anderen Unternehmen des Konzerns für bestimmte Zwecke.[1]

Ich möchte einem einzelnen Konzern möglichst wenig Raum in meinem digitalen Alltag geben. Für mich gehört dazu, Alternativen tatsächlich zu nutzen und bestehende Abhängigkeiten nicht bei jeder neuen Unterhaltung weiter zu verstärken.

„Alle sind dort“ hält uns dort

Ich verstehe gut, warum Menschen WhatsApp nutzen: Es ist bequem, vertraut und viele Kontakte sind schon erreichbar.

Genau darin liegt für mich das Problem. Je häufiger wir WhatsApp als einzigen Weg voraussetzen, desto schwieriger wird der Verzicht für andere. Ich möchte diesen Kreislauf wenigstens in meinem eigenen Umfeld ein Stück unterbrechen.

02 / Mein Umgang damit

Erreichbar bleiben.
Bewusst begrenzen.

Ich bleibe dort erreichbar, begrenze aber bewusst meine Nutzung:

  • Ich verwende die offizielle App mit möglichst wenigen Berechtigungen.
  • Ich beschränke den Zugriff auf Kontakte und andere persönliche Daten.
  • Ich nutze WhatsApp hauptsächlich dort, wo sich die Kommunikation bislang schwer verlagern lässt.
  • Für neue oder regelmäßige Gespräche bevorzuge ich andere Wege.

Das ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann. Dass ich einen Dienst nutze, nimmt mir nicht das Recht, seine Bedingungen und seine Rolle in unserem Alltag zu kritisieren.

03 / Lieber auf diesem Weg

Wie du mich erreichst

Am einfachsten: Schreib mir an meine bekannte Handynummer über deine Nachrichten-App.

Zwischen Apple-Geräten läuft das bei aktiviertem iMessage über iMessage. Zwischen iPhone und Android kann RCS Nachrichten, Bilder und Gruppenunterhaltungen ermöglichen.

Ob RCS verfügbar ist und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterstützt, hängt unter anderem von Software und Mobilfunkanbieter ab. Falls RCS nicht verfügbar ist, kann die Nachrichten-App auf SMS oder MMS zurückfallen.[2]

Auch diese Wege haben Anbieter und Datenschutzfragen. Für mich sind sie eine praktische Möglichkeit, weniger Kommunikation über Meta laufen zu lassen.

E-Mail oder ein Anruf sind ebenfalls willkommen.

04 / Meine Bitte

Du musst meine Haltung
nicht teilen.

Aber bitte respektiere, dass ich WhatsApp möglichst wenig nutzen möchte.

Wenn wir problemlos auf einem anderen Weg miteinander sprechen können, lass uns diesen Weg nehmen. Und wenn du eine Gruppe organisierst, denke bitte auch an diejenigen, die WhatsApp nicht nutzen möchten.

Erreichbarkeit sollte nicht von einem einzigen Anbieter abhängen.

Quellen & Einordnung

Diese Seite beschreibt meine persönliche Haltung. Die technischen Aussagen stützen sich auf Informationen der Anbieter:

  1. WhatsApp: Datenschutzrichtlinie für den Europäischen Wirtschaftsraum ↗
  2. Apple: Was ist der Unterschied zwischen iMessage, RCS und SMS/MMS? ↗